Le MarseilloisUngewöhnlich Dinieren in Frankreich
Ausgehen mal anders
Champagner nippen im Bauhaus, Tea-Time in einem umgerüsteten Bahnwaggon oder Dinieren in einem römischen Bauwerk – dass sich die Franzosen in Sachen Haute Cuisine so einiges einfallen lassen ist nichts Neues. In einigen Restaurants setzt die Location dem Feinschmecker-Menü noch das i-Tüpfelchen auf.
Seekrank sollten Gourmets, die im Châlet des Îles speisen wollen nicht sein. Das Feinschmeckerrestaurant von Küchenchef Stéphane Trouillard in Paris kann nämlich nur per Boot erreicht werden Dafür wird man mit Leckereien wie Maccaronigratin mit Rucola und Parmesan belohnt (Porte de la Muette, www.lechaletdesiles.net). In Marseille treibt ein Restaurant ein ähnliches Konzept zur Perfektion: Im Le Marseillois serviert Küchenchef Denis Groetz traditionelle provenzalische Küche auf einer Goélette, einem zweimastigen Schoner von 1920 der im alten Hafen liegt und zum Restaurantschiff umgebaut wurde. Wer schon immer Bouillabaisse probieren wollte hat hier die perfekte Gelegenheit dazu (Quai du Port, www.lemarseillois.fr).
Den Kontrast dazu bilden die luftigen Höhen der Champagnerbar Le Perching in Verzy. Wer den Weg über den Holzsteg bis zum Baumhaus in 5,50 Metern Höhe meistert, dem kredenzen die Winzer der Region ganz spezielle Abfüllungen (www.arboxygene.eu). Ebenso atemberaubend ist die Aussicht in der Bar L’Atrium im Rouenser Hotel Bourgtheroulde. Durch den gläsernen Fußboden blickt man direkt auf den durchdesignten Spa-Bereich während man genüsslich an einem Cocktail oder seltenen Whisky nippt (15 Place de la Pucelle, www.hotelsparouen.com).
Restaurants die ihren Gästen etwas Besonderes bieten wollen müssten aber nicht unbedingt eine perfekte Aussicht oder erfrischendes Nass zu bieten haben. Das verlassene Dorf Pila Canale mit der Postleitzahl 20123 wurde kurzerhand mit all seinen Fassaden und der dörflichen Atmosphäre mitten in der Stadt Ajaccio als Restaurant Le 20123 wieder aufgebaut und serviert heute typische Spezialitäten nach überlieferten Rezepten und mit regionalen Produkten (2 Rue du Roi de Rome, www.20123.fr). Im Allgemeinen versetzen Restaurants ihre Gäste heute gerne zurück in die Vergangenheit. Im La Compagnie des Gourmandises wird die Tea-Time zum Erlebnis. Der Teesalon hat sich in einem umgerüsteten Bahnwaggon in einer alten Bahnhofshalle auf der einstigen Bahntrasse zwischen Tarbes und Bagnères-de-Bigorre niedergelassen und gewährt einen umwerfenden Blick auf die schneebedeckten Gipfel der Pyrenäen (423, Route de la Gare Montgaillard, www.biscuiterievedere.com/accueil/salon_de_the). Wie die alten Rittersleut des 12. Jahrhunderts speisen Feinschmecker in der Auvergne. Im ältesten Teil, der Kapelle Saint-Jean der Domaine St. Jean in Montluçon, serviert Thierry Douault, der Küchenchef Gerichte aus regionalen Produkten der Saison (Parc Saint-Jean, www.chateaustjean.net).
In Teil 2: Dinieren in Restaurants mit ungewöhnlichem Konzept.
15.06.10
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