Fotolia.com - BMSSizilien für Naturliebhaber
Die kontrastreiche Schöne
Grüne Wälder und fruchtbare Felder, schroffe Gebirgszüge und tiefe Täler, stille Seen, reißende Flüsse und der größte aktive Vulkan Europas: Siziliens Natur besticht mit Vielseitigkeit. Mit seinen Naturparks, Reservaten und Schutzgebieten ist das Eiland vor der Spitze des italienischen Stiefels ein Paradies für Naturliebhaber und Wanderer. Denn hier gibt es Pflanzen und Tiere, die sonst nirgends in Italien zu finden sind. Am Ufer des Flusses Ciane gibt es sogar die einzigen Papyrus-Vorkommen Europas.
Lange waren diese grünen Ecken durch Raubbau und Müll bedroht. Der Staat erkannte dies und stellte die Gebiete vor rund 20 Jahren unter Schutz. So entstanden die vier großen Regionalparks Alcàntara, Ätna, Nebrodi und Madonien sowie 50 weitere Naturschutzgebiete und Reservate. Wanderer und Urlauber, die spektakuläre Landschaften zu schätzen wissen, kommen hier auf ihre Kosten. Unzählige Wanderwege führen durch Wälder und tiefe Canyons, zu Wasserfällen und Windmühlen, einsamen Stränden und sehenswerten Dörfern – Sizilien geizt nicht mit Reizen.
Als erstes Naturschutzgebiet wurde 1981das Reservat Lo Zingaro im Nordwesten Siziliens eingerichtet. Die Blau- und Grüntöne des Wassers bilden einen Kontrast zu den weißen Kieselstränden, wie man ihn eher in der Karibik erwarten würde, die hellgrauen Felsen mit ihrem grünen Bewuchs bilden den wildromantischen Rahmen für die Buchten an der nordwestlichen Küste Siziliens. Nur vereinzelte steinerne Bauernhäuser fügen sich in die Landschaft des Reservates ein. Dieser Rückzugsort ist für die Flora und Fauna besonders wichtig, denn Abholzung, Umweltverschmutzung und Überfischung sind ein präsentes Thema auch auf Sizilien. Lo Zingaro bietet rund 40 Vogelarten und über 600 Pflanzenarten einen Lebensraum: Wanderfalken und Rotmilanen, Orchideen, Traubenhyazinthen und Zwergpalmen
Rund 250 Kilometer südlich von Sizilien liegt ein weiteres wichtiges Naturschutzgebiet, das Meeresreservat Lampedusa. Die zu Sizilien gehörende Insel liegt geografisch auf der afrikanischen Kontinentalplatte und ist die Heimat zahlreicher Pflanzen und Tieren, die es sonst nirgends in Italien gibt. Größte Besonderheit: der Strand der winzigen vorgelagerten Isola die Conigli. Im Frühsommer nutzt die Meeresschildkröten-Art Caretta caretta den Sand, um dort ihre Eier abzulegen - einmalig in Italien. Für die nächsten zwei Monate müssen die Eier dann ungestört bleiben, eine Aufgabe, der sich auch Freiwillige widmen, bevor die Jungtiere schlüpfen und ins Meer wandern.
01.11.10
Tobias Käsmaier
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