pixelio.de, Thilo Reiter


Malerische Toskana
Italiens Weinkeller
In den hügeligen Weiten der Toskana reifen die Trauben für den Chianti, die Spezialität der Region. Auch die toskanischen Oliven, die zu feinem Öl weiter verarbeitet werden, gedeihen im trockenen mediterranen Klima besonders gut. Neben den Naturprodukten, die die Region weit über Italiens Grenzen bekannt gemacht haben, steht die Toskana auch als Urlaubsdestination hoch im Kurs. Reisende schätzen vor allem die Vielfalt der Region. Ob reiner Strandurlaub in den Badeorten an der Mittelmeerküste wie Tirennia, Besuche in den beschaulichen Provinzstädten Lucca oder Siena oder Touren durch die sowohl historisch als auch modern geprägte Metropole Florenz – die Toskana bietet eine abwechslungsreiche Mischung aus Spaß, Entspannung und Kultur.
Die Hauptstadt Florenz, aufgrund seiner reichen Geschichte gelegentlich auch als das "Athen Italiens" bezeichnet, war vermeintlich die bedeutendste Stadt der Renaissance. Mit dem Künstler Michelangelo, dem Philosophen Niccoló Machiavelli und dem Wissenschaftler Galileo Galilei waren gleich drei der prägenden Personen der Epoche in Florenz zu Hause. Sie beeinflussten nicht nur ihre Stadt, deren Architektur und Gesellschaft nachhaltig, auch machten sie in ganz Europa von der Stadt am Arno Reden. Neben Florenz bietet Pisa mit dem Schiefen Turm eine der größten Attraktionen Italiens. Das Wahrzeichen der Stadt ist neben dem römischen Colosseum der Anlaufpunkt für Besucher aus aller Herren Ländern. Ein Besuch lohnt sich trotz des Zuschaueransturms, denn ob der Turm ewig in seiner schrägen Seitenlage verharren kann, ist fraglich, auch wenn die aktuelle Stützkonstruktion des Gebäudes den Einsturz erst einmal gestoppt hat.
Wer durch die Außenbezirke ins Zentrum von Lucca will, überquert zunächst den grünen Gürtel um die Stadtmauer zur Altstadt. In den engen Gässchen finden sich immer wieder Hinweise auf Giacomo Puccini, denn der Komponist wurde hier geboren und ist der Stolz der Stadt. Ebenso stolz ist Lucca aber auf die Piazza del Anfiteatro, den ovalen Platz, den die beigen und gelblichen Häuserfronten mit ihren grünen Fensterläden nahtlos formen. In den Häusern befinden sich kleine Boutiquen, Trödelläden und eine Pasticceria mit einer meterlangen Theke, an der man sein erstes oder zweites Frühstück mit einem Cappuccino und Dutzenden kleinen cremegefüllten Gebäckstücken, in Italien "Dolci" genannt, in aller Ruhe einlegen kann. Zum Pflichtprogramm gehört ein Besuch des Doms, dessen Front Drachen und andere Einlegearbeiten aus grünen und weißen heimischen Marmor aufweist, der in riesigen Blöcken in den nahegelegenen Bergen vor Carrara abgebaut wird.
Einen ersten Überblick über Siena liefert das Aussichtsplateau bei der Fortezza Medicea. Von dort aus geht es bergab durch die großen Stadttore in die verwinkelten Gassen der Altstadt, zur Piazza Salimben und unbedingt auch zum Dom. Der Duomo Santa Maria ist innen wie außen in den Stadtfarben weiß und schwarz gehalten, reich verziert und innen traumhaft schön: Die Fußböden zeigen 56 riesige Einlegebilder, vor allem Bibelszenen. Die Wände, Orgel und Altar sind kunstvoll bemalt und am dunklen Firmament der Kuppel leuchten blattgoldene Sterne.
25.05.10
Gabriele Knupfer
Weitere Infos über die Toskana bei Laender-lexikon.de
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