JNTOKyoto im Winter erleben
Geishas, Tempel und Laternen
Wenn sich eine glitzernde Schneedecke über die Stadt legt, wirken die traditionellen Bauten und schön angelegten Gärten Kyotos im typisch japanischen "Wabi-Sabi"-Stil fast wie ein Märchenland. In dieses lockt die kulturelle Hauptstadt Japans, die im Westen der japanischen Hauptinsel Honshū im Ballungsgebiet Kansai liegt, noch bis März 2011 mit besonderen winterlichen Highlights. Festlichkeiten an den Tempeln und Shintō-Schreinen, außergewöhnliche Lichtspektakel und die Möglichkeit tief in die alte Tradition des Landes hinein zu tauchen lassen einen Besuch zum unvergesslichen Erlebnis werden.
Dank seiner besonders köstlichen vegetarischen Gerichte gilt Kyoto als Wiege der japanischen Küche. Im Februar verwöhnen über 100 Restaurants der Stadt ihre Gäste mit speziellen Winter-Menüs zu günstigen Preisen. Die "Kaiseki-Ryori"-Menüs gehen dabei auf die Tradition der Teezeremonie zurück. Die "Shojin-Ryori"-Menüs basieren auf der Kochkunst buddhistischer Mönche mit saisonalen Zutaten und subtilen Aromen. Stetig verfeinerte Anbaumethoden geben den in der Region angebauten Gemüsesorten dabei ihren charakteristischen Geschmack, die besondere Form und einen hohen Nährwert.
Bis März öffnen viele der 2.000 erhaltenen Schreine und Tempel ihre Pforten für das Publikum und gewähren Einblicke in die traditionelle japanische Architektur und buddhistische Kultur. An fast jedem Wochenende wird Besuchern im Amüsierviertel Gion dabei das Highlight "Enchanting Maiko" mit Geishas und Maikos geboten. Geishas erheitern traditionell die Gäste auf japanischen Teepartys oder lockern die Stimmung bei Geschäftstreffen auf. Maikos sind junge Mädchen zwischen 16 und 20, die sich innerhalb fünf Jahren zur Geisha ausbilden lassen. Sie erlernen dabei die schönen Künste wie traditionelle Tänze, Gesänge, das Spiel auf mehreren japanischen Musikinstrumenten, Blumensteckkunst, Kalligraphie und Teezeremonien. Ihre neu erlernten Fähigkeiten präsentieren die Maikos bei den Veranstaltungen in Gion. Im Anschluss dürfen die die Besucher die jungen Damen mit ihren eleganten Kimonos, den kunstvollen Frisuren und weiß geschminkten Gesichtern fotografieren – ein Fotomotiv, das man in Kyoto sonst selten vor die Linse bekommt.
Blumen spielen im winterlichen Kyoto eine ganz besondere Rolle – vor allem die Weihnachtskamelie und die Pflaumenblüte. Rund 80 weiß und rot-blühende Pflaumenbäume werden am Kitano Tenmangu Schrein gepflanzt, damit dort Ende Februar das Pflaumenblütenfest gefeiert werden kann. Geishas und Maikos halten dabei unter freiem Himmel zunächst ihre Teezeremonie ab, dann darf sich das Publikum an den Blüten erfreuen. Vom 12. bis 21. März 2011 feiert Kyoto Hanatouro, das Laternen- und Blumenfest. Dabei wird die Stadt allabendlich in eine einzigartige Lichterpracht eingehüllt. Denn die mit wunderschönen Blumenarrangements geschmückten Tempel, Schreine, Bürgersteige und öffentlichen Gebäude erhellt dann das sanfte Licht von über 2.000 "Roji Andons", den traditionellen, japanischen Papierlaternen.
01.01.11
Sue Weyrich
Dos and Don'ts: Japan lebt seine ganz eigenen Traditionen. Was Besucher unbedingt beachten sollten, weiß Lifeinjapan.de
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