MTPA/Bamba SourangMauritius Kultur entdecken
Kreolische Inselschönheit
Mauritius ist ein Mekka für Sonnenanbeter, Wassersportler und Hochzeitsreisende. Taucher und Schnorchler finden rund um die Insel, die fast durchgehend von einem Korallenriff umgeben ist, eine faszinierende Unterwasserwelt vor. Obwohl die herrlichen Strände und die komfortablen Hotels geradezu zum Nichtstun verleiten, gehört die Inselerkundung zum Pflichtprogramm. Kleine Ortschaften, Zuckerrohrplantagen, historische Gebäude, kulinarische Genüsse und die artenreiche Pflanzenwelt warten darauf entdeckt zu werden.
Besonders sehenswert ist die Hauptstadt von Mauritius, Port Louis. Hier leben rund 160.000 Menschen. Einige architektonische Schätze wie die prachtvollen Kolonialbauten, in denen heute die Botschaften untergebracht sind, die Zitadelle oder das alte Schatzamt lassen auf den ursprünglichen Glanz der Hafenstadt schließen. Angesichts der Kirchen, Moscheen und Pagoden wird die kulturelle Vielfalt der Insel beim Bummel durch die Stadt besonders deutlich. Im quirligen Chinesenviertel gibt es immer etwas zu sehen: Hier reihen sich die Händler aneinander, die neben Samt und Seide, Früchten und Gewürzen auch Werkzeuge feilbieten. Auch der Zentralmarkt mit seinen exotischen Waren ist ein fesselnder Sammelplatz der Kulturen.
Der Naturpark Domaine les Pailles, der südlich der Hauptstadt Port Louis am Fuß einer Bergkette liegt, ist selbst ein Stück mauritianischer Kultur. So wurden hier prächtige Kolonialvillen, Gärten, Zuckerrohrfelder, eine Zuckermühle und Rum-Destillerien ganz im Stil eines Landsitzes des 18. Jahrhunderts errichtet. Stilecht erkundet man das riesige Areal mit der Pferdekutsche oder der kleinen Eisenbahn – und fühlt sich regelrecht ins 18. Jahrhundert zurückversetzt. Der angrenzende Urwald beheimatet seltene Vogel- und Affenarten.
Die Route du Thé gibt Einblick in die Teeherstellung. Drei Hauptsehenswürdigkeiten bringen die Teekultur näher: zwei prachtvolle Kolonialhäuser – die Domaine des Aubineaux und Saint Aubin – und die Teeplantage von Bois Chéri. Hier können Besucher hautnah erleben, wie die Teeblätter gepflückt und weiterverarbeitet werden. Höhepunkt der einstündigen Tour ist eine Teeverkostung.
Mauritius koloniale Vergangenheit spiegelt sich auch in der Esskultur wider: So besteht die mauritische Küche aus europäischen, indischen, chinesischen und kreolischen Elementen. Nicht selten werden in einem Rezept verschiedene kulinarische Traditionen vermischt. Auf der Karte stehen Fisch z.B. Dorade, Makrele, Flusskrebse, Thun- und Tintenfisch, exotische Früchte und saisonbedingt auch Wild. Typisch für Mauritius sind scharfe Currygerichte, frittierte Nudeln, Rotis und Samoussas - mit Fleisch oder Fisch gefüllte, dreieckige Teigtaschen. Nicht wegzudenken ist die Rougaille, eine Tomatensauce mit Ingwer, Chili, Zwiebeln, Kräutern und Knoblauch, die meist zu Fisch und Fleisch serviert wird. Unbedingt probieren: den Palmenherzensalat. Die kreolische Spezialität ist auch unter dem Namen Millionärssalat bekannt, weil eine sieben Jahre alte Palmiste-Palme nur rund 600 Gramm essbares Fleisch liefert.
12.03.12
Vivien Fischer
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