Equus Silvania


Reittouren durch Rumänien
Transsilvanien hoch zu Ross
Imposante Berge, dunkle Wälder und reißende Bäche: Ganz mystisch präsentiert sich die rumänische Landschaft in Siebenbürgen. Besser bekannt als Transsilvanien und Heimat des berüchtigten Graf Draculas zieht das hügelige Gebiet im Zentrum des Landes immer mehr Naturliebhaber, gestresste Großstädter und Pferdefreunde in seinen Bann. Echte Abenteurer steigen in den Sattel und erkunden endlose Wälder durchpflügt von Hochebenen, Blumenwiesen und klaren Bächen auf dem Rücken der Pferde. Aber Vorsicht, die Pfade sind verschlungen, die vielen Täler nicht leicht auseinander zu halten und aufgeschreckte Braunbärmütter können bei einer unerwarteten Begegnung richtig ungemütlich werden – da hat ein verirrter Reiter mitunter schlechte Karten! Deswegen: Nie ohne ortskundigen Guide aufbrechen!
Perfekt für erfahrene Reiter ist ein gebuchter Reiturlaub, zum Beispiel in Sinca Noua, einem kleinen Dorf 50 Kilometer westlich von Brasov/Kronstadt. Die Pension mit Reitstall Equus Silvania wurde von einem deutschen Biologen-Ehepaar aufgebaut, die nachhaltigen Tourismus betreiben: Die Arbeitskräfte stammen aus dem nächsten Umkreis und auch die verwendeten Bio-Lebensmittel bezieht man direkt von Erzeugern vor Ort – eine Entwicklungsstrategie, die beiden Seiten zu Gute kommt. Übernachtet wird in Zelten auf Bergwiesen, in 300 Jahre alten, liebevoll restaurierten Pfarrhöfen oder einfach in den Häusern der Familien vor Ort, für die Gastfreundschaft noch Privileg und nicht Pflicht ist.
Die deutsch- und englischsprachigen Tourguides nehmen Urlauber nicht nur auf anspruchsvolle Tagesritte mit, sondern bieten auch einwöchige Touren durch das Land, die allerdings nur für erfahrene Reiter geeignet sind. Der etwa 150 Kilometer lange Transsilvania Trail führt im Südosten Siebenbürgens durch die mystischen Hügel- und Waldlandschaften der Karpaten – Lagerfeuer und Feuerwasser inklusive. Der Ţuică, ein rumänischer Pflaumenschnaps, gehört zum (nicht ganz ernst gemeinten) Pflichtprogramm nach langen Stunden im Sattel und trennt in Sachen Cowboy-Attitüde die Spreu vom Weizen.
Während der kilometerlangen Galoppaden stören keine Zeichen der Zivilisation das Bild der Natur. Strommasten, Straßen oder Autos sucht man vergebens, nur hier und da kreuzen Schäfer oder Pferdekutschen den Weg. Ein einmaliges Erlebnis und der Geheimtipp für dauergestresste Großstädter. Übrigens: Auch Nichtreiter sind auf Equus Silvania gern gesehene Gäste. Geführte Wandertouren auf den 2.250 Meter hohen Piatra Craiulu, Bärenbeobachtungen oder Ausflüge mit Pferdefuhrwerk- oder Schlitten bieten genügend Möglichkeiten die Umgebung zu erkunden.
22.09.09
Andrea Schlager
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