Fotolia.com/ detailblickReisetipps für Schwangere
Urlaub mit Babybauch
Verreisen mit Bauch? Viele Schwangere fragen sich, ob sie sich und dem Baby das zumuten können. Doch Experten machen Mut: Wer einige Punkte beachtet, kann ohne Bedenken in den Urlaub starten.
Ulrike Krause, Fachärztin für Frauenheilkunde und Allgemeinmedizin bei der Techniker Krankenkasse (TK), weiß: "Der beste Zeitraum zum Reisen liegt zwischen dem fünften und siebten Schwangerschaftsmonat." Davor und danach ist der weibliche Körper durch die Umstellung des Herz-Kreislauf-Systems und des Stoffwechsels weniger belastbar.
Ideal sind zum Beispiel Bahnfahrten. In den Zügen gibt es ausreichend Platz, um gelegentlich die Sitzposition zu ändern. Außerdem kann man jederzeit herumlaufen. Wer lieber mit dem Auto fährt, sollte alle zwei Stunden eine Pause einlegen. Außerdem ist es wichtig, den Gurt so anzulegen, dass der obere Teil des Gurtes über und der untere Teil unter dem Bauch aufliegt.
Wer als Schwangere weiter weg will und ins Flugzeug steigt, sollte beachten, dass die meisten Fluggesellschaften ab der 28. Schwangerschaftswoche ein Attest vom Arzt verlangen, das die Flugtauglichkeit bescheinigt. Ab der 30. Schwangerschaftswoche sollte man bedenken, dass die räumliche Enge im Sitz, im Gang und auf der Toilette unangenehm werden kann.
Fachärztin Ulrike Krause rät: "Ab der 34./ 35. Schwangerschaftswoche ist es ratsam, nicht mehr zu fliegen." Wenn es sich jedoch nicht vermeiden lässt, sollte die Frau häufiger umhergehen und im Sitzen die Zehen und Füße bewegen. "Gut sind auch Kompressionsstrümpfe, denn sie wirken dem Blutrückstau in den Venen der Beine entgegen", weiß die Expertin.
Auch Fernreisen sind noch drin! Hier gilt: In warmen Ländern mindestens zwei bis drei Liter pro Tag trinken. Bei Durchfall helfen Salzersatzlösungen, so genannte wasserlösliche Elektrolyttabletten. Die Fachärztin rät allerdings vor Urlaubsreisen in Länder mit erhöhtem Infektionsrisiko ab, da notwendige Reiseimpfungen mit Lebendimpfstoff für das Baby gefährlich sein können. Sie mahnt: "Es gibt kein Medikament zur Malariavorbeugung oder -behandlung, das garantiert unbedenklich für das ungeborene Kind ist."
Mit ins Gepäck sollte auf jeden Fall der Mutterpass. Auch an die Versicherungskarte oder Europäische Krankenversicherungskarte muss man denken. Gegebenenfalls sollte die Schwangere auch Auslandskrankenscheine mitnehmen und eine zusätzliche Auslandsreise-Krankenversicherung abschließen. Die Fachärztin rät: "Bei Reisen ins Ausland ist es ratsam, sich wegen des Versicherungsschutzes vor Beginn der Reise an die Krankenkasse und die Auslandsreise-Krankenversicherung zu wenden."
25.07.11
Manuela Gotthartsleitner-Wagner
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