Pixelio.de - Jens BredehornVersicherung für den Urlaub
Gute Reise!
Krankheit oder Unfall am Urlaubsort, verlorengegangenes Gepäck, Einbruch ins leer stehende Zuhause - manche Szenarien verderben die gute Urlaubsstimmung. Deshalb raten Versicherungsfachleute, bestimmte Risiken bereits bei der Urlaubsplanung abzusichern. Wir sagen, welche Versicherungen rund um Reise und Urlaub es gibt, welche nötig sind und was man beachten muss.
Manchmal ist die Urlaubsreise schon vorbei, bevor man gestartet ist – wenn einer der Mitreisenden zum Beispiel krank wird. Wer nicht auf den Stornokosten sitzenbleiben will, sollte eine Reiserücktrittskostenversicherung in Betracht ziehen. Diese ist umso wichtiger, je teurer die Reise ist. Die Versicherung schließt man meistens gleich bei Buchung der Reise oder des Fluges ab. Die Versicherung übernimmt die Stornokosten, wenn man zum Beispiel wegen Krankheit eines Mitreisenden nicht starten kann. Ein genaues Studium des Kleingedruckten verrät, ob der Vertrag auch bei Schwangerschaft, Impfunverträglichkeit, nach Katastrophen im eigenen Heim oder dem Tod eines nahen Angehörigen zahlt. Manche Reiserücktrittspolicen springen sogar ein, wenn man seinen Job verloren hat oder von Arbeitslosigkeit bedroht ist. Muss man wegen Krankheit oder Katastrophen zu Hause den Urlaubsort vorzeitig verlassen, so zahlen einige Versicherungen anteilig den Reisepreis zurück.
Erkrankungen auf Reisen verderben nicht nur die Urlaubsstimmung, sondern können auch das Reisebudget strapazieren. Zwar zahlt die gesetzliche Krankenversicherung für die ärztliche Behandlung im Ausland, jedoch nur innerhalb der Europäischen Union oder bei einem Sozialversicherungsabkommen mit dem Urlaubsland. Außerdem kommt sie nur für Beträge auf, die auch in Deutschland gezahlt würden. Die Differenz muss der Versicherte in jedem Falle aus eigener Tasche zahlen.
Deshalb sollten Urlauber mit einer privaten Auslandsreise-Krankenversicherung vorsorgen. Diese übernimmt weltweit alle Kosten für medizinisch notwendige ambulante und stationäre Behandlungen. Bereits ab 10 Euro pro Jahr kann man sich recht günstig absichern, Familienversicherungen gibt es ab 25 Euro.
Im Notfall kommt die Auslandsreise-Krankenversicherung sogar für den Rücktransport des Patienten nach Deutschland auf. Ein Segen, denn solch ein Flug mit medizinischer Begleitung kann schnell den Wert der Urlaubsreise um das Mehrfache übersteigen. Hier sollte man die Versicherungsbedingungen ganz genau studieren, rät Finanztest in einem aktuellen Test von 23 Auslandsreise-Krankenversicherungen. Manche Gesellschaften zahlen nur „medizinisch notwendige“ Rücktransporte, günstige Verträge übernehmen den Rückflug, wenn die Behandlung länger als 14 Tage dauert. Bei manchen Verträgen will sogar die Versicherungsgesellschaft und nicht der behandelnde Arzt über den Rücktransport entscheiden. Derart kundenunfreundliche Verträge sollte man lieber meiden.
Plötzlich ist der Koffer weg… Wer in den Urlaub startet, sollte immer sein Gepäck im Auge behalten. Bei Verlust von Handtasche oder Kamera kommt die Hausratversicherung nämlich oft nur für Sachen auf, die mit Drohungen oder gar Gewalt entwendet wurden. Einfacher Diebstahl oder Trickdiebstahl sind nur vereinzelt in der Hausratversicherung abgesichert. Auch den Abschluss einer speziellen Reisegepäck-Versicherung sollte man genau abwägen, rät Finanztest. Denn diese Versicherungen sind vergleichsweise teuer und leisten nur unter strengen Auflagen.
Für alle anderen Risiken sind spezielle „Urlaubspolicen“ im Prinzip überflüssig. Ängstliche Zeitgenossen können ihre bestehenden Verträge zur Privathaftpflicht, Hausrat- oder Unfallversicherung darauf hin überprüfen, ob bestimmte Risiken im Urlaub ausgeschlossen sind.
Genau hinschauen sollte man auch, wenn etwa bei Buchung einer Reise versucht wird, ein ganzes Paket an Policen an den Mann zu bringen. Darin werden nämlich neben einer wichtigen Reiserücktrittskostenversicherung gern auch abenteuerliche und unnütze Versicherungen gleich mit verkauft. Hier sollte man darauf bestehen, nur das abzuschließen, was man auch wirklich braucht.
27.05.10
Eva Schiwarth
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