Biosphere Expedition


VolunTourism im Trend
Reisen mit Gewissen
Fischpopulationen am Korallenriff zählen, Bäume pflanzen in Peking oder Häuser auf den Philippinen wieder in Stand setzen – Möglichkeiten im Urlaub Gutes zu tun gibt es so viele wie Reiseziele. Die Kombination aus freiwilliger Arbeit und Reisen nennt sich Voluntourismus und die Zahl der Anhänger wächst. Viele Urlauber haben ihre Erwartungen nach oben geschraubt und möchten mehr erleben als Funsport, Strand oder Touren von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten. Der Reisetrend, der aus den USA, Australien und England nach Europa geschwappt ist, macht aus Managern Wildtierforscher und aus Finanzbeamten Musiktherapeuten für Kinder - zumindest für ein paar Tage im Jahr.
Das haben auch die großen Hotelketten erkannt und prompt gehandelt. Die Ritz-Carlton Hotel Company zum Beispiel bietet weltweite "Give Back Getaways" an. Bei diesen Programmen können Gäste zusammen mit ihrem Hotelzimmer auch die Teilnahme an einem sozialen Projekt buchen. Dabei richten sich die Anbieter nach den speziellen Bedürfnissen vor Ort: In Peking gilt es Hügel mit Bäumen zu bepflanzen, in Istanbul benötigen Kinder Hilfe bei einer Musiktherapie und in Georgetown wird für Obdachlose gekocht. Jedes der meist halbtägigen Programme wird von Fachleuten begleitet und der Erlös aus den Teilnahmegebühren der jeweiligen Partnerorganisation gespendet.
Kurzzeit-Projekte wie dieses, sind perfekt für einen ersten Einblick in das weite Feld des Voluntourismus. Während bei den Give Back Getaways nur einzelne Stunden geopfert werden, geht man bei Biosphere Expedition noch einen Schritt weiter. Der Reiseanbieter vermittelt ein- bis zweiwöchige sogenannte Naturschutz-Mitforscherreisen, in denen die Teilnehmer helfen können, die Natur- und Tierwelt zu konservieren. Zum Beispiel in Peru: Zusammen mit Biologen vor Ort werden die Lebensräume und das Verhalten von Pumas und Jaguaren erforscht, um die Tiere besser schützen zu können. Wem das zu trocken ist, der kann beim Scuba-Diving vor der Küste Honduras die Fischpopulation der Korallenriffe zählen. Aktive Hilfe in freier Wildbahn leisten und dabei Land und Leute intensiv kennen lernen – auch so kann Urlaub aussehen.
Es muss aber nicht immer die große weite Welt sein, auch in Deutschland gibt es genügend Projekte, die aus zwei Wochen Urlaub einen ehrenamtlichen Einsatz machen. In Nationalparks, Wäldern und Biotopen zwischen Amrum und den Alpen organisiert beispielsweise das Bergwaldprojekt freiwillige Einsätze in der Natur. Dabei wird schon mal ordentlich angepackt, denn neben Neupflanzungen stehen auch Erosions-Verbauungen oder Moor-Renaturierungen auf dem Programm. Das Besondere: Dieses Projekt trägt die Kosten für Unterkunft und Verpflegung, nur die Anreise müssen freiwillige Helfer selbst bezahlen. Weit über tausend Urlauber nehmen jährlich daran teil und tauschen den Komfort eines Hotelzimmers gegen einfache Forsthütten und Mittagsessen an der Feuerstelle.
15.01.12
Andrea Schlager
Skitrips für den guten Zweck: Wie sich Freerider für die Entwicklungshilfe engagieren berichtet Monte-welt.com
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