iStockphotoIstanbul: Kulturhauptstadt 2010
Streifzug durch zwei Welten
Dieses Jahr kommt man an einem Trip nach Istanbul kaum vorbei. Mit zahlreichen Veranstaltungen katapultiert sich die Millionenstadt in den Mittelpunkt und verbreitet jede Menge kosmopolitisches Flair. Überall entstehen neue Kunst- und Designzentren, die historischen Bauten werden um die Wette restauriert und einige Projekte in Film, Bühne, Musik und Kunst kommen schon dieses Jahr ins Rollen. Man will glänzen in der Stadt, die zwei Kontinente in sich vereint.
Die Events zum Kulturhauptstadtjahr haben die vier Elemente als Leitmotiv: Während sich die Wintermonate dem Element Erde traditioneller Kunst widmeten, stehen die Frühlingsmonate im Zeichen des Elementes Luft. Es symbolisiert die Minarette und Kirchtürme, die den Himmel über der Stadt tausendfach durchpflügen. In dieser Zeit thematisieren die Veranstaltungen den Dialog der Religionen und den kulturellen Einfluss, der daraus entsteht. Im Sommer spielt sich das Leben an den Ufern des Bosporus und des Goldenen Horns ab: Klar, dass das Wasser als drittes Element den Ton angibt. Die Promenaden und Kanäle werden zum Schauplatz für Kultur, Kunst, Konzerte und Festivals. Im Herbst spielt Istanbul mit dem Feuer und will die neuen Wege der zeitgenössischen Kunst kontrovers zur Diskussion stellen.
Dabei scheint das Zusammenspiel der Kulturen, die Kombination asiatischer und europäischer Einflüsse und die bedeutende Vergangenheit bereits verlockend genug zu sein: Über sieben Millionen Touristen wählen Istanbul jährlich als Reiseziel und bevölkern die klassischen Sehenswürdigkeiten genauso wie die Ausflugsschiffe auf dem Bosporus und die Shoppingtempel der Stadt. Doch Istanbul hat mehr zu bieten als Hagia Sophia, Blaue Moschee und den großen Basar. Wenngleich die historische Bedeutung der Stadt enorm war, so ist es doch vor allem der Zeitgeist der Zukunft, der noch mehr Eindruck hinterlässt als die Türme der knapp 3.000 Moscheen zusammen.
Und noch etwas weißt in Richtung Zukunft: Neben all den Palästen und Minaretten überragt eine Skyline aus wuchtigen Hochhäusern den europäischen Teil der Stadt, deren Anblick vergessen lässt, dass Istanbul lange Zeit das Zentrum des römischen, byzantinischen und ottomanischen Imperiums war. Trotzdem gibt es sie, die traditionellen Seiten der Metropole, wo die Frauen Kopftücher tragen, die Mode knallbunt ist und die Männer sich in den Straßen gemeinsam zum Gebet niederknien. Es heißt, manchmal könne man in Istanbul vier Jahreszeiten an einem Tag erleben. Wer 24 Stunden in der Stadt verbracht hat wird feststellen, dass sich nicht nur das Wetter in Windeseile ändern kann. Von einem Viertel zum anderen verwandelt sich das Stadtbild von modern in traditionell, wechseln sich exklusive Neubauten mit alten Holzhäusern ab. Doch eine Gemeinsamkeit gibt es: Das Leben pulsiert! Egal, ob auf den vielen kleinen Gemüsemärkten, vor den Schaufenstern der Nobel-Boutiquen oder abends in den Straßencafés und Clubs – die Stadt schläft nie!
19.02.10
Andrea Schlager
Tee, Gewürze und Teppiche, coole Clubs und Fusionküche: Die schönsten Impressionen aus der Kulturhauptstadt bei Nikkiundmichi.de
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