Egbert Krupp


Dolomiten für Gourmets
Höchster Genuss
"Geht nicht gibt’s nicht", scheint im Gadertal das Motto zu sein. Der Aufschwung in Alta Baldia kam ab 1960, als die ersten Lifte gebaut wurden. Und er hält bis heute an. Das Ergebnis: luxuriöse Hotels, beste Hütten, feine Restaurants, neue Wellness-Abteilungen. Auch Ulli Crazzolara von der Las-Vegas-Hütte hat ordentlich die Ärmel hochgekrempelt und die Hütte am Piz Sorega vor wenigen Jahren zu einer schicken Lodge umgebaut. Es gibt zehn Zimmer. Am Abend kann der Gast im Restaurant mit den Panoramascheiben essen, an der Bar mit offenem Kamin gepflegt chillen und danach mit Schlitten oder Skiern ins Tal nach St. Kassian abfahren. Empfehlenswert ist die gemischte Platte mit den Käsen vom Lüch-de-P’cëi-Hof. Ebenfalls eine typische Gadertaler Erfolgsgeschichte.
Der stattliche Hof über St. Kassian gehört Ullis Bruder Luca und dessen Frau Marina. 2001 haben sie angefangen, aus 200 Litern Milch Käse zu machen, und für diesen gleich einige Preise bekommen. Inzwischen werden aus 1000 Litern Milch täglich 16 verschiedene Käsesorten, Joghurt, Frischkäse sowie Ricotta hergestellt und in drei Geschäften verkauft. Den ehemaligen Stall hat Marina zu einem behaglichen Bed & Breakfast mit acht Zimmern und zehn Ferienwohnungen umgebaut, für das die Bezeichnung "Urlaub auf dem Bauernhof" viel zu elegant ist. Ganz nebenbei hat Marina auch Kontakte zu Hollywood-Star George Clooney geknüpft, der gern zum Skifahren nach Alta Badia kommt. Mit einem speziell kreierten, herzförmigen Käse unterstützt sie Clooneys Charity-Organisation für Darfur.
Wer in Alta Badia gern Prominente treffen möchte, für den stehen die Chancen auf dem Maso Runch gut. Den Hof in Pedraces gibt es schon ein paar hundert Jahre. Seit 18 Jahren verwöhnt die Familie Nagler ihre Gäste mit ladinischen Spezialitäten. „Ja, ja“, wiegelt die Bäuerin ab. "Da kommen schon oft Schauspieler und so. Aber das sind auch nur ganz normale Leute." Jeden Abend kocht Maria Nagler für ihre Gäste die ganze Palette der ladinischen Köstlichkeiten zum Einheitspreis von 26 Euro. Ohne Vorbestellung geht gar nichts, und die Warteliste ist lang.
Vielleicht noch etwas schwieriger als eine Reservierung bei den Naglers ist es, einen Tisch im Restaurant St. Hubertus im Hotel Rosalpina von St. Kassian zu bekommen. Hier kocht Südtirols ungekrönter König der Köche, Norbert Niederkofler. Der gebürtige Ahrntaler ist der einzige Koch in Südtirol, der bisher mit zwei Sternen geadelt wurde. Insgesamt gibt es in Südtirol 14 Michelin-Sterne – allein vier davon im Gadertal. Trotz der dezenten Eleganz des Ambientes ist die "Jägerstube" urgemütlich. Die Gerichte, die Niederkofler mit seinem Küchenteam auf die Teller zaubert, sind weltklasse. Schon das Lesen der Speisekarte ist ein sinnliches Erlebnis: Quittenrisotto mit schwarzem Trüffel und Wildhasenrücken. Kross gebratene Rotbarbe mit Tartar von Jakobsmuscheln auf gebratenen Calamari mit Kokos-Korianderspuma. Oder der Klassiker: Rinderfilet in der Salzkruste mit Bergheu gegart. Unwiderstehlich sind auch die Risotti, die auf dem Holzfeuer gegart werden.
Den kompletten Text von Karin Bernhart finden Sie im ADAC-Skimagazin Pistenglück oder unter www.adac.de/reisemagazin
02.01.10
Karin Bernhart für das ADAC-Reisemagazin
Mehr über Alta Badia, die Ladiner und ihre Kultur bei Alpinenblog.de
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